Der Schützenverein Holthausen besitzt eine sehr alte, schöne und kostbare Vereinsfahne. Neben den handgestickten Emblemen trägt sie auf der einen Seite die Inschrift-.

"Ueb' Aug' und Hand für's Vaterland."

und auf der anderen:

"Schützenverein Holthausen, 1695-1925".

Wie es zu diesen Jahreszahlen kam, ist nicht mehr zu klären; sie sind insofern widersprüchlich, weil die Fahne beim 300-jährigen Jubelfest 1926 eingeweiht wurde. Die farbenprächtige Fahne wurde ursprünglich für den in Lingen beheimateten Artillerieverein angefertigt. Dieser Artillerieverein war ein Zusammenschluss von Reservisten; das waren ehemalige Artilleristen, die nach Beendigung ihrer 2-jährigen Dienstzeit, die sie meistens in Hagenau im Elsaß ableisteten, wieder in ihre Heimatorte zurückgekehrt waren. Der Vorsitzende dieses Vereins war ein Herr Schwarte oder Schwartze, er wohnte in der Marienstraße in Lingen zwischen dem jetzigen Haus Adelmann und Appelhans. Aus Holthausen waren u. a. Franz Fickers, Gerhard Kues und Heinrich Holt Mitglieder dieses Vereins und sehr aktive Schützenbrüder. Nach dein 1. Weltkrieg gab es keinen Nachwuchs mehr für den Artillerieverein und er wurde deshalb 1925 aufgelöst. Die Fahne sollte verkauft werden und die oben Genannten machten sich im Schützenverein Holthausen stark für den Erwerb der Fahne.

Franz Fickers ging von Haus zu Haus und sammelte eine Mark nach der anderen; die Fahne wurde schließlich für 700,-- Mark gekauft. Das gesammelte Geld reichte jedoch nicht. und so mußte noch ein Kredit aufgenommen werden, der in mehreren Jahren wieder zurückgezahlt wurde. 1926 wurde die neue Fahne anlässlich des 300-jährigen Jubelfestes durch Pastor Schulte geweiht.

Sie war zuvor in einer Fahnenfabrik in Hannover oder Osnabrück -die Aussagen sind hier widersprüchlich - für die Belange des Schützenvereins geändert worden. Von der Zeit an war sie bei allen Schützenfesten und Umzügen, bei vielen kirchlichen Feiern, aber auch bei ernsten Anlässen wie bei der Gedenkfeier am Volkstrauertag oder wenn ein Schützenbruder zu Grabe getragen wurde, dabei. Um sie in gutem Zustand zu halten, wurde sie 1962 und 1984 von der Firma Fahnen-Reuter in Münster/Westf. überholt. Dabei wurde sie 1984 ganz auseinandergenommen, gereinigt, neu gummiert, Stickerei und Kantillenschrift ausgebessert. Goldborde erneuert und mit einer neuen Fahnenstange versehen. Sie wurde liebevoll von Theo Silies, langjähriger Schriftwart des Vereins, bis 1986 gepflegt; 1986 übernahm Georg Hofschröer diese Aufgabe.

Aufgrund des Alters und der vielfältigen Nutzung war es ein Anliegen des Vereins die "Alte Fahne" in den wohlverdienten Ruhestand zu versetzen und eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Aufgrund einer großzügigen Spende der Erdölfraffinerie Holthausen konnte dieser Wunsch im Jahr 2000 in Erfüllung gehen.


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