Tradition: Wurstsammeln mit anschließendem Wurstessen und Winterfest

Früher trafen sich die Wurstsammler am frühen Vormittag des selben Tages, um in mehereren Gruppen von haus zu Haus zu gehen, und die Mettwurst einzusammeln. "Bewaffnet" mit einer Gaffel für die Würste und Schnaps als Wegzehrung, lief dieses Ritual Jahr für Jahr nach dem selben Schema ab. Der Spaß kam dabei nicht zu kurz. Dafür sorgten auch kurze Pausen bei einigen Spendern.

Während bei Schnieders das edle Wintergemüse, der Grünkohl, in einem großen Kessel zum Kochen gebracht wurde, hatten die Wurstsammler es schwer, die leckeren Mettwürste rechtzeitig anzuliefern. Geschwächt von den Anstrengungen des Tages kam man ins Trödeln und die Wurst zu spät in den Grünkohl. Einige Wurstsammler haben auch das eigentliche Winterfest verpasst.

Das Wurstessen selbst war früher reine Männersache. Die Frauen kamen erst nach dem Essen dazu, um ihre Männer zum Tanzen zu bewegen, was vielen schon schwer gefallen ist. Erschwerend kam hinzu, dass der Boden im Saal Grove nicht gerade aus Parkett bestand. Hier wurde mit Häckselstreu nachgeholfen.

Nach der Neugründung des Schützenvereins 1948 wurde auch das Winterfest wieder gefeiert. 1957 beging man das Winterfest als Kappenfest mit Verlosung. Am 06.02.1949 gab es dabei sogar eine Theateraufführung! Bemerkenswert ist, das 1962 und 1963 immerhin eine 4-Mann-Kapelle aus Lohne aufspielte, und das für 120 DM.

Das Winterfest im Wandel der Zeit

1978 wurde auf der Generalversammlung beschlossen, dass Winterfest aufgrund der gestiegenen Mitgliederzahlen in die Aula des LWH zu verlegen. Und auch andere Traditionen wurden gebrochen. Das Winterfest wurde vom Montag auf den Freitag verlegt, und das Wurstsammeln nicht mehr am selben Tag, sondern am Freitag vorher durchgeführt. Das Vorrecht der Männer, den Grünkohl alleine zu genießen, wurde aufgehoben, die rustikale Art, den Grünkohl zu kochen, wich der modernen Küche des LWH. Von 1979-1996 bewirtete die Familie Plagge-Esders das Winterfest, seitdem übernimmt der Schützenverein dies in Eigenregie. Die Musikkapelle wurde erst durch einen Alleinunterhalter und später durch einen DJ ersetzt. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. 


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